Die Zeit ist kein Fluss, sondern ein Meer.
Sie trägt uns, sie verschlingt uns, sie erinnert sich nicht.
Und doch glauben wir, Spuren in ihr zu hinterlassen.
Time is not a river, but a boundless sea.
It lifts us, it swallows us, it forgets us.
Yet we dream of leaving footprints upon its waves.
Jeder Anfang ist zugleich ein Versprechen.
Er trägt das Ende bereits wie einen stillen Schatten.
Und dennoch wächst er voller Zuversicht dem Licht entgegen.
Every beginning is a fragile vow.
The end already lingers, a shadow in its marrow.
Still it rises, unafraid, toward the light.
Wir wandeln durch Stunden, als wären sie endlos.
Doch sie brechen, sobald wir sie berühren.
Und in ihrem Zerfall erkennen wir uns selbst.
We wander through hours as though they were eternal.
But they shatter the moment we reach for them.
In their breaking, we find the shape of ourselves.
Das Leben ist ein Feuer aus Atem und Staub.
Es wärmt uns, solange wir ihm Nahrung geben.
Und es verlöscht, sobald wir nicht mehr tragen können.
Life is a flame fed by breath and dust.
It glows as long as we surrender to its hunger.
And fades when we can give no more.
Der Tod ist keine Schwelle, sondern eine Stille.
Er wartet nicht, er begleitet uns immer schon.
Und wir erkennen ihn erst, wenn wir still genug geworden sind.
Death is no gate, but a vast stillness.
It does not wait at the end of the road.
It has always walked beside us, unseen.
In jedem Augenblick wohnt Vergänglichkeit.
Doch auch Beständigkeit ist darin verborgen.
Denn nichts vergeht, ohne sich in anderes zu verwandeln.
Impermanence dwells within each instant.
Yet endurance hides in its secret folds.
Nothing perishes without becoming something else.
Wir tragen Erinnerungen wie zerbrechliche Gefäße.
Sie füllen sich mit Freude, mit Schmerz, mit Schweigen.
Und wenn sie zerbrechen, rinnt alles in die Erde zurück.
We bear our memories like glass vessels.
They brim with laughter, with sorrow, with silence.
And when they break, all returns to the soil.
Demut wächst, wo wir den Blick senken.
Nicht aus Furcht, sondern aus Anerkennung.
Denn wir wissen, dass wir Teil eines Kreises sind.
Humility descends when we bow our gaze.
Not in fear, but in reverence.
For we sense the endless circle in which we move.
Alles vergeht, doch nichts geht verloren.
Alles endet, doch alles beginnt neu.
Und in diesem Wechsel liegt die einzige Gewissheit.
All things vanish, yet nothing is truly gone.
All things end, yet beginnings are born anew.
In this rhythm, certainty alone resides.
Wenn wir selbst vergehen –
sind wir dann weniger als Staub,
oder mehr als das, was wir zurückgelassen haben?
And when we too are carried into silence—
are we less than ash upon the wind,
or more than the echoes we leave behind?













